Krisenbewältigung

K

Sie haben Ihre Arbeitsstelle verloren?

Ihre Gesundheit ist plötzlich beeinträchtigt?

Sie haben einen geliebten Menschen verloren?

Krisen lassen sich mit professioneller Unterstützung leichter meistern. Krisen sind nichtvorhersagbare, oft überraschende und massive Lebensveränderungen, die eine radikale Neuausrichtung erfordern. Sie führen zu akuter Überforderung. Mit Unterstützung können versteckte Ressourcen entdeckt oder neue geschaffen werden.

Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages.
Demokrit

Die folgenden Punkte folgen einem idealtypischen Ablauf.
Jeder Prozess wird mit dem Kunden individuell entwickelt.

  • Erstkontakt und Übersicht verschaffen
  • Vertrag erarbeiten und Prozessarchitektur entwickeln
  • Zieldefinition und präzise Auftragsklärung
  • Analyse des Falles und Diagnose der Situation
  • Ressourcen- und lösungsorientierte Arbeit an der Vision
  • Entwicklung, Bewertung und Auswahl von Lösungen
  • Transfer in den Alltag sicherstellen und prüfen
  • Abschlussgespräch nach der Krise

Prozessschritt

Kontakt und Überblick

Der 55-jährige Immobilien-Asset-Manager arbeitet schon lange in der Fondsabteilung einer Versicherungsgesellschaft. Überraschend wird er entlassen. Der Vater von drei Teenagern lebt mit Familie in einem hypothekenbelasteten Vorstadthaus. Die Kinder möchten studieren. Zu Beginn schildert der Coachee seine missliche Situation.

Kernelemente

Kernthemen im Erstgespräch

Im Erstgespräch wird ein Überblick über die Situation geschaffen. Dabei soll der Coachee versuchen, zu formulieren, was für ihn gerade jetzt am wichtigsten ist. Der Coach fragt nach Details und vertieft die Situationsanalyse. Damit signalisiert er nicht nur Anteilnahme, sondern hilft dem Coachee auch, die Krise als solche anzuerkennen.

Prozessschritt

Vertrag und Arbeitsbedingungen

Menschen in Krisen brauchen oft mehr Steuerung als sonst. Das Rollenverständnis des Coachs ist deshalb wichtig. Nach Rücksprache mit dem Coachee übernimmt er so viel Steuerung wie nötig, aber so wenig wie möglich. So wird der Coachee optimal entlastet.

Kernelemente

Einschätzung der Krisensituation

Der Verlust der Arbeitsstelle hat oft einen grossen Einfluss auf andere Grundbereiche des Selbstwerts. Betroffen sind die seelische Gesundheit, in der Regel die finanzielle Sicherheit und nicht selten wirkt ein Jobverlust auch belastend auf die sozialen Beziehungen.

Prozessschritt

Verunsicherung bewusst zulassen

Nur wenn dem Coachee selbst bewusst ist, was mit ihm geschieht, ist er in der Lage, der Situation adäquat zu begegnen. Oft erfordern Krisen neue und ungewohnte Massnahmen zu deren Bewältigung.

Kernelemente

Empathisches Fragen

Was macht Ihnen Sorgen und verursacht Ängste?
Was verwirrt Sie, was verstehen Sie nicht?
Welche Widersprüche nehmen Sie gerade wahr?
Welche Gefühle verspüren Sie in sich?

Prozessschritt

Wahrnehmung für Ressourcen stärken

Die Situation ist zwar überfordernd, aber die Fähigkeiten und Möglichkeiten, damit umzugehen, ist grundsätzlich vorhanden. Nun soll der Fokus auf die noch vorhandenen Ressourcen gelenkt werden. Diese sollen aktiviert werden, um Mut und Selbstvertrauen zu schöpfen.

Kernelemente

Mit Fragen Türen öffnen

Was haben sie bisher in schwierigen Situationen getan?
Was dürfen Sie sich trotz Krise immer noch zumuten?
Was (welche Ressourcen) ist auch in der Krise abrufbar?
Der Coachee soll erkennen, was er alles immer noch gut kann – er ist kein wehrloses Opfer und hat Möglichkeiten.

Prozessschritt

Neue Perspektiven und Zielsetzungen

Nun soll der Blick in die Zukunft gerichtet werden. Welche Ziele sind denkbar? Ergeben sich auch neue Chancen aus der Situation? Gibt es überraschende Erfahrungen, neue Entdeckungen, Eindrücke? Was blockiert den Weg in die Zukunft? Welche Hindernisse wirken hemmend?

Kernelemente

Chance zur Innovation

In der Krise ist der Coachee gezwungen, ganz neue Gedanken zu entwickeln. Diese neuen – in gewissem Sinne innovativen Gedanken – sind die Keime für die Lösungen der Zukunft. Sie sollen wie junge Pflänzchen liebevoll gehegt und gepflegt werden.

Prozessschritt

Die Kraft des Tuns aktivieren

Es ist wichtig, dass der Coachee jetzt erste (wenn auch kleine) Erfolge feiern kann. Wie sehen diese ersten realistischen Schritte aus? Gibt es Ressourcen, die aktiviert werden können – zum Beispiel Freunde, in der Beziehung oder eine Weiterbildung? Welche Prioritäten bestehen?

Kernelemente

Kleine, aber stabile Schritte

In dieser Phase ist es enorm wichtig, realistische und zu 100 Prozent selbst kontrollierbare Ziele zu setzen. Fünf Bewerbungen zu schreiben ist ein Ziel, das unter eigener Kontrolle steht, den neuen Job zu kriegen hingegen nicht. Das Ziel dieser Phase ist, wieder aktiv zu werden.

Prozessschritt

Respekt und Wertschätzung

Menschen können an Krisen wachsen. Um dies zu verankern, ist es wichtig, die Krise im Nachhinein zu reflektieren, um sich so für weitere Krisen zu stärken. Ein Abschlussgespräch nach der Krise ist daher wertvoll.

Kernelemente

Mögliche Fragestellungen nach der Krise

Wie beurteilen Sie die Krise in der Rückschau?
Was waren die Schlüsselmomente im Prozess?
Welche neuen Erfahrungen konnten Sie gewinnen?
Woraus konnten Sie die nötige Kraft schöpfen?

Coachings in Krisensituationen brauchen einen sehr persönlichen Rahmen. Menschen in Krisen schämen sich oft. Dies erfordert einen Ort, der Emotionen zulässt. Krisen lassen sich höchst selten über Nacht lösen. Daher dauern Krisen-Coachings oft über einen langen Zeitraum, mit entsprechenden Pausen dazwischen. Zehn und mehr Sitzungen sind keine Seltenheit. Die einzelnen Sitzungen sollten aber eher kurz sein, da sie emotional anstrengen können.

  • Aufbau einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung zwischen Coach und Coachee
  • Echtes, emphatisches und herzliches Mitgefühl seitens des Coachs ist zentral
  • Coach muss die Krise ernst nehmen, aber nicht dramatisieren (schmaler Grat)
  • Geduld: Der Coachee kann oft nicht in der ersten Sitzung zur Tat schreiten
  • Die Sprache (und das Umfeld) des Coachees verstehen und einordnen
  • Möglichst alle Ressourcen einbauen (soziales Umfeld des Coachees)
  • Die Kraft des Tuns nutzen – der Coachee hat noch viele Optionen
  • Ungestörte Umgebung für die Sitzungen mit Raum für Bewegung

Stephan Wegelin hat sich (fokussiert auf den Immobilienmarkt) vom Werber über den Marketing- und Kommunikationsexperten hin zum Coach und Berater entwickelt. Im Rahmen seines Studiums am Institut für angewandte Psychologie (IAP) der ZHAW hat er die CAS «Teams erfolgreich steuern und begleiten», «Change Management, Organisationsberatung und -entwicklung» sowie «Beratung in der Praxis» besucht. Das Mastermodul zum MAS ZFH in Coaching & Organisationsberatung schliesst er Ende 2021 erfolgreich ab. Seit 2022 ist er Mitglied im bso, dem Berufsverband für Coaching, Supervision und Organisationsberatung.

Stephan Wegelin versteht nicht nur die Sprache und die Herausforderungen der Akteure in der Immobilienindustrie, er weiss auch zielführende Prozesse zu gestalten. Im Rahmen seines Studiums hat er sich einen profunden Werkzeugkasten mit vielseitigen Interventionen erworben. «Beratung ohne Ratschlag» ist einer seiner Grundsätze. Dahinter steht die Überzeugung, dass nur die Klienten selbst tragfähige und nachhaltige Lösungen finden können. Stephan Wegelin unterstützt und begleitet seine Klienten dabei.